CASE 10 Arktis Expedition nach Spitzbergen
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Vier weitere Geologen bereiten sich - genau wie wir vor gut einer Woche - für den Aufenthalt im Gelände vor. Schiesstraining und die letzten Besorgungen füllen ihre Tage und auch wir haben noch einmal die Gelegenheit über das Iridium-Satelliten-Telefon einige Lebensmittel oder Vergessenes nach zu bestellen. Zudem wird mit den Wissenschaftlern auch unser Helikopter eintreffen und für den Rest der Expedition als Unterstützung für die Forschungsarbeit dienen.
Am letzten Abend vor dem Umzugs in das Hauptcamp bei Gråhuken nutzen wir das schöne Wetter und das spiegelglatte Wasser für einen Ausflug an den Monaco-Gletscher. Es ist einer der größten Gletscher Spitzbergens. Sobald wir die Abdeckung der Landmassen und der Scherenlandschaft verlassen, pfeift uns ein frischer, merklich kälterer Wind von den fließenden Eismassen herunter. Vor uns erscheint die breite Eisfront des Monaco-Gletschers, die an einigen Stellen über 60 Meter beträgt. Davor treiben zahlreiche kleine Eisberge sowie Schollen und wir fahren in weiten Kurven um diese herum. Manche der frisch abgebrochenen Teile des Gletschers leuchten blau und es ist ein grandioser Anblick, der sich uns bietet. In gebührendem Abstand lassen wir uns einfach auf dem ruhigen Wasser treiben, genießen das Knistern der Eisberge um uns herum und machen uns erst gegen 21:30 Uhr wieder auf den Rückweg zum Camp.
Dort angekommen, vertauen wir die Boote und fangen an, die ersten Utensilien für den morgigen Umzug ein zu packen. Ein leises Pusten vom Meer macht uns auf eine kleine Herde Belugas aufmerksam, die abermals direkt vor unseren Zelten auf Nahrungssuche ist. Aus der kleinen Herde werden mehr als 50 Tiere, die langsam an uns vorbeischwimmen und uns dann und wann ihre Fluke oder den in der Sonne glänzenden Rücken zeigen. Gegen Mitternacht sind die ersten Kisten und Paletten gepackt und für den Transport des morgigen Tages bereitgestellt.
Wir verschwinden müde und voller einmaliger Eindrücke in unsere Schlafsäcke und hoffen auf gutes Wetter für den Umzug nach Gråhuken und damit auch auf das Zusammentreffen mit den Kollegen.
Fotos: Jonas Ziegler
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