Polarstern trifft auf Wale
Wale im Eismeer
Obwohl der Minkwal einer der kleinsten Bartenwale der Antarktis ist, legt er die längsten Wanderungen zurück. Sein Lebensraum erstreckt sich vom Äquator bis in antarktische Gewässer. Diese sind für ihn ein wichtiges Nahrungsgebiet. Dennoch ist nach wie vor unklar ob und wie die Wale das Gebiet unter dem Schelfeis, vom Kontinent bis zur Eiskante, überhaupt nutzen. Wenn der Klimawandel diesen Lebensraum verändert, könnte dies einen drastischen Einfluss auf das Vorkommen dieses Tieres haben.
Um das Verhalten dieser Wale studieren zu können, benutzen wir, das Meeressäugetier Team, die "Polarstern" und seine zwei Helikopter. Unabhängig von der Menge an Meereis, können wir während solcher Beobachtungsflüge in kurzer Zeit ein großes Gebiet abdecken. Schon während einer der ersten Flüge sichteten wir einen Minkwal in eisbedecktem Wasser. Das Tier schwamm in einem eisfreien Bereich von circa 100m Durchmesser. Für einige Minuten stand der Helikopter still und ermöglichte uns somit den Wal dabei zu beobachten, wie er zwischen Eis und freiem Wasser hin und her tauchte. Das klare Wasser eröffnete uns einen Blick auf seinen Körper und die große hellgraue Fluke (Schwanzflosse). Das Ausblasen des Wales, das normalerweise bei dieser Art zu schwach ist, um sichtbar zu sein, war aufgrund der Luftfeuchte seines Atems deutlich in der kalten antarktischen Luft zu sehen.
Fünf weitere Sichtungen von unserer Beobachtungsplattform aus, zeigten wie hervorragend sich diese Art an das Leben im Eis angepasst hat. Während einer dieser Gelgenheiten konnten wir den Kopf eines Minkwales sehen, wie er zum Atem holen direkt neben "Polarstern" durch die frische Eisdecke brach.
Innerhalb der nächsten zehn Tage werden wir das Weddellmeer durchkreuzen und darauf hoffen, noch viele weitere Begegnungen mit antarktischen Minkwalen zu erleben - ob von Boot oder Helikopter. Sobald wir vestehen wie wichtig das Eis für diese Walart ist, sind wir vielleicht in der Lage den Einfluß möglicher Veränderungen der Eisdecke zu beurteilen.
Photographien:
Von links nach rechts: David Fischer und Meike Scheidat
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