Saturday, 06. December 2008

Endlich geht es los!

Autor: Helmke Schulze

Helikopter

Tafelberg hinter Polarstern

2. Reisetag – Endlich geht es los!
Zunächst erst mal passiert gar nichts bzw. wir laufen noch immer nicht aus.Nach dem leckeren, auf Wunsch auch kräftigen Frühstück,  findet dann die erste Besprechung für die Gruppe der Wissenschaftler statt. Interessant ist für mich vor allem der äußerst ausführliche Wetterbericht! Neben den üblichen Informationen zur Temperatur gibt s hier auf See natürlich auch genaue Informationen und Vorhersagen über die Wind- und Seegangsverhältnisse. Ich bin beruhigt, die Wetterlage ist stabil schön. Zu den Meteorologen werde ich auf jeden Fall hingehen und schulisches Anknüpfungspunkte bilden, schließlich gibt es Wetter überall. Ein Austausch und Vergleich der Daten ist gut möglich.


Meine erste Aufgabe ist es, jeden der Wissenschaftler zu fotografieren und daraus ein Plakat zu erstellen. Auf diese Weise sollen sich alle schneller kennen lernen. Ich habe also das Glück, jedes Gesicht zuerst mit einem Namen zu verbinden. Auf diese Weise komme ich im Schiff herum und mit allen ins Gespräch, natürlich auch mit den Meteorologen. Es stellt sich heraus, dass gerade eine Studentin der FU hier ihr Praktikum macht. Da lässt sich also prima an mein Schulprojekt anknüpfen, bei dem meine Schüler ja ebenfalls mit den Meteorologen der FU in Berlin zusammenarbeiten.


Etwas später findet dann die Begrüßung des Kapitäns statt. Seine ersten Worte „Wir sind in Afrika“ rufen allgemeines Schmunzeln hervor. Er erklärt, jedoch ganz sachlich, dass der Hauptgrund für die Verzögerung die derzeit niedrigen Dieselpreise sind, alle wollen davon profitieren und so gibt es derzeit nicht ausreichend viele Tankwagen in Kapstadt, um die Polarstern wie vorgesehen zu betanken. Die voraussichtlich Abfahrtszeit wird auf Mittag festgelegt, tatsächlich wird es allerdings (ganz afrikanisch) 16:00 Uhr. So bleibt noch etwas Zeit für eine Fotos vom Schiff und dem Hafen mit Tafelberg als Kulisse, ein paar Robben tummeln sich auch noch im Hafenbecken. Alle sind also weiter in Aufbruchsstimmung und verbringen die Wartezeit mit möglichen und unmöglichen Vorbereitungsarbeiten für ihre Projekte.


Am frühen Nachmittag gibt es eine Sicherheitsübung. Alle geben sich mit warmer Kleidung, auf jeden Fall mit Kopfbedeckung und Schwimmweste, bei mehr als 30°C zum Sammelpunkt auf dem Helikopterdeck. Zum Glück weiß ich inzwischen, wie man dorthin kommt. Es ist wirklich warm, wir nehmen die Situation mit Wollmütze, Handschuhen und Humor und warten alle sehnsüchtig darauf, dass die Namensliste abgehakt ist.


Kurz vor 16:00 Uhr kommt dann die ersehnte Ansage, dass wir gleich auslaufen werden. Nun kommen auch alle Wissenschaftler wieder aus ihren Laborschlupflöchern und genießen den Moment der Hafenausfahrt, blicken zurück auf den Tafelberg, schauen erleichtert dem zurückkehrenden Lotsenschiff nach und … nach vorn in Richtung Süden. Die Walbeobachter kraxeln bald in ihr Krähennest hoch oben über dem Peildeck, die Vogelbeobachter stehen sofort mit ihren großen Objektiven an Deck, damit ihnen auch gar nichts entgeht. Alle anderen genießen noch einmal die Sonne Afrikas und lassen die Gedanken noch schneller sein, als das Schiff, dass sofort mit „schnellen“ 12 Knoten in See sticht.
Zum Abend startet dann sogar noch der Hubschrauber, um voraus nach Walen Ausschau zu halten. Der Moment des Abhebens ist spannend. Ich denke noch, ich würde dort auch gern drin sitzen und würde auch ganz freiwillig den GPS-Empfänger halten und ablesen, wenn ein Wal gesichtet wird. Bestimmen könnte ich die Tiere aber wohl nicht.


Zum Abend geht es mir „irgendwie nicht mehr so richtig gut“. Bin ich müde? Bin ich seekrank? Jedenfalls gehe ich ins Bett und versuche überhaupt nicht aus dem Fenster zu gucken! Hoffentlich ist morgen alles wieder gut!



Fotos: Helmke Schulze













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