Friday, 11. July 2008

Polarstern 79°N 4°E

Autor: Robert Johansson

Polarstern zwischen Eisschollen

Wasserprobenentnahme mit der CTD Rosette

Nun sind wir im Eis, und die Gegend ist wunderschön. Die Eisschollen schwimmen um das Schiff herum, und es ist toll, die Geräusche zu hören, wenn die Polarstern das Eis bricht. Es ist ein tiefer Ton, und das ganze Schiff schüttelt sich. Wir hatten eigentlich noch kein Eis so dicht vor Spitzbergen erwartet. Der nordwestliche Wind hat das Eis hierher getrieben. Der Wind hat auch zugenommen und bläst jetzt mit 13 m/s. Dadurch wird es kälter als es tatsächlich ist. Die Temperaturen sind immer noch um die null Grad, aber durch den Wind wird die gefühlte Temperatur, der Windchill, zu minus 18 Grad.

 

Ich bin wirklich überrascht über das Essen auf der Polarstern. Ich hatte einfaches Essen an Bord erwartet, aber das Essen ist wirklich sehr gut. Jeden Tag haben wir neben dem warmen Essen ein großes Buffet mit Aufschnitt. Es gibt auch immer Nachtisch zum Mittagessen. Es besteht also keine Gefahr zu hungern.

 

In meinem letzten Bericht hatte ich über Verankerungen geschrieben, die man braucht, um Wasserströmungen in der Framstraße zu bestimmen. Außerdem bestimmen wir hier unterschiedliche Nährsalze im Wasser. Das sind Phosphat, Nitrat, Nitrit und Silicat. Dafür werden Wasserproben in unterschiedlichen Tiefen mit Wasserschöpfern genommen, die wie Röhren aussehen. Im Atlantischen und Pazifischen Ozean sind die Verhältnisse von Phosphat zu Nitrat unterschiedlich. Wenn wir jetzt also die Konzentrationen dieser Nährsalze messen, können wir bestimmen, ob das Wasser aus dem Atlantik oder Pazifik stammt. Aufgrund dieser Forschungen haben wir festgestellt, dass es erhebliche Veränderungen im letzten Jahrzehnt gegeben hat. Vor mehr als 10 Jahren war immer pazifisches Wasser im westlichen Teil der Framstraße, aber seit einigen Jahren ist es verschwunden. Wir werden nun untersuchen, ob in diesem Jahr das pazifische Wasser wieder da ist. Wenn der Grund dafür Veränderungen im Strömungssystem sind, kann das erheblichen Einfluss auf das Klima in der Arktis haben. Wenn mehr atlantisches Wasser in den Arktischen Ozean fließt, kann die Erwärmung schneller voran gehen, da dieses Wasser wärmer ist als das pazifische Wasser. So könnte die Erwärmung der Arktis durch einen höheren Eintrag von wärmerem, atlantischem Wassers erklärt werden. Wir werden jetzt in ein Gebiet kommen, das sich „Hausgarten“ nennt, und in dem das AWI langjährige Untersuchungen durchführt. Mehr darüber könnt ihr im nächsten Bericht lesen.




Fotos: Robert Johansson


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