Thursday, 18. October 2007

ANDRILL: Die ersten Meter des "guten Stücks" sind da!

Autor: Rainer Lehmann

Erste Proben vom Kern

Wissenschaftler arbeiten am Kern

Hubschrauber beim Landeanflug

Die Bohrung verläuft erfreulich erfolgreich und per Hubschrauber wurden die ersten Kerne am Abend von der Bohrstelle auf dem Meereis zum Labor in der McMurdo-Station eingeflogen. Sofort machte sich das erste Team an das Aufschneiden und Teilen der Kunststoffrohre, in denen sich die erbohrten Sedimente befinden. Das bedeutet Nachtschicht und für die betroffenen Team-Mitglieder, die für die Archivierung der Kerne und Proben (Curatoren), für die Sedimentansprache und das Scannen zuständig sind , dass sie sich jetzt umstellen müssen.

Am Morgen durften alle anderen Wissenschaftler und auch die Lehrer die aufgeschnittenen Kerne zu ersten Mal betrachten: Es ist schon aufregend, wenn plötzlich Meeresboden aus 350 m Tiefe vor einem liegt, auch wenn er nur in den Farben grau/braun/schwarz variiert und unterschiedliche Korngrößen und Schichten aufweist.

Die Wissenschaftler bekamen vom Nacht-Team eine kurze Einweisung, dann ging jeder geschäftig seinem Ziel nach, die für ihn wesentlichen Proben mit einem Fähnchen zu markieren, um dann im Laufe des Tages die gewonnen Proben in die Hand zu bekommen. Es ging schon ein wenig wie im Hühnerstall zu, alle waren aufgeregt und jeder wollte die doch so unterschiedlichen Schichten sehen, die so viel erzählen können, wenn man die "Vokabeln" dazu gelernt hat.

Mir blieb an diesem ersten Tag leider noch verschlossen, wonach jeder der Wissenschaftler genau suchte und was ihn wohl bewog, genau an dieser Stelle sein Fähnchen in die Markierungsleiste zu stecken. Gewisse Vorstellungen hat man ja so aus seiner Ausbildung, aber ich werde da noch mal genauer nachhaken.

 

Fotos: Rainer Lehmann

 

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