Saturday, 06. October 2007

ANDRILL: Wenig Schlaf!

Autor: Rainer Lehmann

Wie funktioniert eine Eisbohrung

Was passiert mit dem Polareis

Rainer Lehmann im Kleiderlager des US Antarctic Program

Die ersten Tage des ANDRILL-Abenteuers waren sehr arbeitsreich, obwohl ich noch gar nicht in der Antarktis angekommen bin. Nach einer 36-Stunden-Reise ohne wirklichen Schlaf von Nienburg in Deutschlands Norden über Dubai und Sydney nach Christchurch in Neuseeland empfing uns am Flughafen ein durchaus geschäftiger Fahrtleiter. Die Dusche und der Schlaf mussten noch warten, da wir uns bei unseren Projektpartnern, dem US Antarctic Program über die Räumlichkeiten und die notwendigen Tätigkeiten für den Abflug informierten. Bei Antarctica New Zealand probierten wir ergänzende Kleidung an und kontrollierten unsere mit dem Schiff versandten Seesäcke. Eine sehr nette Geste war ein Geschenk einer topographischen Karte des McMurdo-Gebietes durch den Leiter der Ausrüstungsabteilung, die so ohne weiteres nicht zu bekommen ist. Nach 41 Stunden und einem guten Abendessen konnten wir uns dann zum Schlafen ausstrecken.

Der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt 11 Stunden, also fast einen halben Tag. Der Biorhythmus muss sich also sehr umstellen. Dazu sind die blühenden Frühjahrsblumen, die ausschlagenden Bäume, der Sonnengang über den nördlichen Himmel und der andere Sternenhimmel zunächst merkwürdig, obwohl man es doch vorher schon weiß, dass es so sein wird.

In den vergangenen Tagen traf ich mit den Lehrern aus den USA und aus Neuseeland zusammen. Wir besprachen unser Projekt und lernten uns kennen. Mit in unserer Gruppe ist Ken Mankoff, der den Film "Eine unbequeme Wahrheit" für Al Gore gedreht hat. Die Lehrergruppe stellte sich und ihr Projekt am Donnerstag Abend einer Elterngruppe aus Christchurch vor, am Freitag Nachmittag arbeiteten wir mit deren Kindern im Alter von 6 bis 14 Jahren an praktischen Übungen zum Eis und zum Bohrprojekt. Meine Mitarbeit war erstaunlicherweise schon vorher über Elternkontakte nach Christchurch gedrungen! Nach der interessanten Arbeit mit den Kindern war die gesamte Lehrergruppe bei diesen Eltern zu einem exzellenten Essen eingeladen, ein wirklich gelungener Abend.

Jetzt wird es aber Zeit, dass es in die Antarktis geht! Wenn das Wetter mitspielt, morgen früh!

 

Fotos: Rainer Lehmann

 

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