CASE 10 Arktis Expedition nach Spitzbergen
Die Forschungsarbeit im Camp Gråhuken beginnt mit der geologischen Einführung in die Arbeitsumgebung durch den Expeditionsleiter Dr. Karsten Piepjohn.
Er ist erfahrener Arktisforscher und bringt insbesondere den Arktis-Neulingen die Besonderheiten des Geländes näher. Gerade das Wetter spielt in diesen Breiten eine große Rolle und kann sich schlagartig ändern.
Doch die ersten Tage bestechen durch viel Sonne und schwachen Wind: Perfekte Arbeitsbedingungen für die Forscher der CASE 10 Expeditionen. Täglich bringt sie der Helikopter in das Arbeitsgebiet rund um den Liefdefjord und die Geländetage dauern oft bis in die Abendstunden hinein. Gearbeitet wird in zwei Gruppen:
Die Strukturgeologen, Karsten Piepjohn, Andreas Läufer, Werner von Gosen und der Grubengeologe Malte Jochmann untersuchen Strukturen auf der Biskaya Halbinsel im Nordwesten Spitzbergens. Dieses Gebiet weist auf eine gewaltige Störungszone hin, die eine Breite von ca. 6 Kilometern aufweist. Diese könnte die Grenze zwischen dem West- und Ostteil Spitzbergens darstellen.
Die Grundgebirgsgeologen Frank Lisker und Friedhelm Hienjes-Kunst sind währenddessen auf der Suche nach geeigneten Proben, um Altersbestimmungen der Gesteine durchführen zu können. Die Ergebnisse können erst durch weiterführende Untersuchungen im Labor erarbeitet werden und geben Aufschluss über die Hebungsgeschichte des Gesteins.
Während die Geologen ihre Tage im Gelände verbringen, kümmert sich der Logistiker Jürgen Kothe um das Camp. Kochen, Wasseraufbereiten und Holz für den Ofen schlagen: Abseits der Zivilisation dauert alles seine Zeit und die Vorbereitung der Verpflegung für insgesamt 11 Personen in einer für unser Verständnis primitiven Küche ist eine Herausforderung für sich.
Die Abende vergehen schnell mit dem gemeinsamen Abendessen, dem Sortieren der Proben und kleinen Touren an der Küste nahe dem Camp. Nur zwanzig Minuten von der kleinen Zeltsiedlung entfernt liegt die Christiane Ritter Hütte. Noch immer besteht ein Teil der Einrichtung aus dem Winter 1934/35, als der Trapper Hermann Ritter und seine Frau Christiane zusammen mit einem norwegischen Gehilfen überwintert haben. Damals schrieb Christiane Ritter das legendäre Buch: "Eine Frau erlebt die Polarnacht", in der sie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse schildert.
Sie beschreibt unter anderem viele Eisbären-Besuche an ihrer Hütte, die direkt an der Küste auf den Felsen errichtet ist. Von einem solchen Zusammentreffen können wir bisher noch nicht berichten, obgleich einige Tiere schon aus dem Helikopter ausgemacht werden konnten. Vielleicht bekommen wir ja auch noch die Chance die weißen Könige der Arktis aus gebührendem Abstand beobachten zu können.
Fotos: Michael Trapp/ www.Realnature.tv
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