Polarstern - Tag 36 bis Tag 39
Tag 36: Letzter ROV-Tauchgang des Abschnitts (72° 0.25 N / 14° 43.36 E)
Zu Beginn der Reise wurde vor überzogenen Erwartungen hinsichtlich der wissenschaftlichen Ausbeute des verhältnismässig kurzen Fahrtabschnitts gewarnt. Heute konnten wir einen weiteren Tauchgang des QUEST beenden, und am Ende dieses Fahrtabschnitts blicken wir nicht ohne Stolz auf insgesamt zehn erfolgreiche Taucheinsätze mit dem QUEST zurück. Vor dem Hintergrund, dass dieses System zum ersten Mal auf "Polarstern" eingesetzt wurde, und wir nur knapp zwei Wochen Stationszeit hatten, eine ganz erstaunlich hohe Zahl. Zu erklären ist dieser Erfolg zum Einen dadurch, dass wir keine nennenswerten technischen Schwierigkeiten mit dem ROV hatten, zum Anderen durch die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen Brücke, Decksmannschaft und ROV-Team während der Aussetz- und Bergevorgänge des QUEST.
Tag 37: Fischbratküche auf dem Nordatlantik (73° 58.56 N / 12° 44.06 E)
Nach annähernd zwei Wochen ununterbrochener Stationsarbeit ohne nennenswerte Pausen war nach Beendigung der Stationsarbeiten Gelegenheit, einen Grillabend als Abschluss der Forschungsarbeiten zu veranstalten. Während der vorangegangen Wochen hatten einige an Bord mit ein paar Angeln Seelachse aus rund 200 m Tiefe gefischt und filettiert. Diese, von uns als "Hakon Mosby – Seelachs" bezeichnete Delikatesse wurde abends nach klassischen Bordrezepten gebraten und in Folie gegrillt. Trotz Temperaturen um 6 Grad gab es fast niemanden an Bord, der dieses leckere Abendessen an Deck ausgelassen hat.
Tag 38: Keine ruhige Minute (76° 0.31 N / 14° 43.44 E)
Einen Tag vor dem Einlaufen in den Hafen von Longyearbyen folgte ein Termin dem anderen: neben dem Verpacken der wissenschaftlichen Ausrüstung, dem Aufräumen der Labore musste die vom AWI ausgeliehene Polarbekleidung zurückgegeben und das obligatorische Gruppenfoto der wissenschaftlichen Fahrtteilnehmer gemacht werden. Kurz darauf kamen alle wissenschaftlichen Fahrtteilnehmer zu abschliessenden gemeinsamen Sitzung zusammen, um sich gegenseitig ihre ersten vorläufigen Ergebnisse vorzustellen. Bis um 21 Uhr sollten dann die schriftlichen Beiträge zum Fahrtbericht beim Fahrtleiter abgegeben, und es mussten noch verschiedene Datenformulare ausgefüllt werden. Kurz vor Mitternacht liessen sich einige wenige Unverwüstliche sichtlich erschöpft im Roten Salon der „Polarstern“ in die Sesselpolster fallen, um gemeinsam die letzten Momente dieses Fahrtabschnitts zu erleben. Fazit der Reise: Fast alle haben ihr Programm über Erwarten abarbeiten können und können jetzt mit ausgezeichneten Daten an die wissenschaftliche Auswertung ihrer Arbeiten gehen.
Foto: S. Stelzmann/ Reederei Laeisz
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