Polarstern - Tag 33 bis Tag 35
Tag 33: Brennendes Eis (72° 0.39 N / 14° 43.21 E)
Mit dem kurzen 5 m Schwerelot werden an den Positionen, auf denen auch das Autoklav-Kolbenlot eingesetzt wird, Sedimentkerne gewonnen, um darin befindliche Gashydratstücke zu entnehmen. Einige dieser Stücke haben wir am Hakon Mosby Schlammvulkan in Kinderfaustgröße gefunden. Repräsentative Unterproben dieser Eisklumpen werden in Eiswasser gereinigt und dann in flüssigem Stickstoff bei minus 180 Grad Celsius eingefroren. So bleiben sie stabil bis zur Analyse ihrer chemischen Zusammensetzung im Labor an Land. Auf der heutigen Schwerelotstation wurden so viele Hydratbrocken entdeckt, dass einer zu Demonstrationszwecken benutzt werden konnte und angezündet wurde – ein beeindruckendes Schauspiel, Eis brennen zu sehen.
Tag 34: Fischfang mit dem "Staubsauger" (72° 0.39 N / 14° 43.72 E)
Wider Erwarten haben die beköderten Fischfallen bislang nur ganz wenige Bodenfische in die Reusen gelockt. Die Enttäuschung und Nervosität der betroffenen Wissenschaftler nahm mit jeder leeren Fischfalle zu, auch vor dem Hintergrund, dass zu einem beantragten Forschungsprojekt in dieser Woche die Bewilligung der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingegangen ist. Lebende Fische aus der arktischen Tiefsee sind für dieses Projekt wichtig. So wurde beschlossen, den Saugschlauch des QUEST - Tauchfahrzeugs zum Einsaugen von Fischen zu verwenden. Abends ab 19 Uhr wurde die Saugöffnung mit einem der Greifarme über vereinzelt am Boden liegende Fische platziert und die Saugpumpe eingeschaltet: der ein oder andere Fisch flüchtete zwar, aber eine ordentliche Zahl von ihnen wurde aufgesaugt und in ein Auffangbehälter gegeben. Inzwischen sind 12 von ihnen wohlbehalten an Bord und haben ihr neues Domizil im Aquariencontainer des AWI bezogen.
Tag 35 : Spurensuche (72° 0.31 N / 14° 43.44 E)
Mehrere Sonaraufzeichnungen der letzten Tage haben Hinweise auf einzelne Stellen am Meeresboden geliefert, an denen Gas aus dem Untergrund aufsteigt. Heute wurde versucht, mit einer Spezialkamera Fotos der Gasblasen in der Wassersäule zu machen, um so unter anderem zu einer Abschätzung der Menge von Methan im Wasser zu gelangen. Obwohl die Kamera sehr genau in einzelne Gasfahnen gefiert werden konnte, gelang es leider nicht, die vermuteten Blasen optisch zu erfassen. Daher sollen während des nächsten Tauchgangs mit dem QUEST Bereiche dicht am Meeresboden angefahren werden, von denen wir vermuten, dass dort Gas ausströmt. So können wir mit stärkeren Scheinwerfern als denen an der Spezialkamera hoffentlich den Ausstrom dokumentieren.
Fotos: Lennart Bittermann/AWI u. V. Karpen/ Jacobs Universität Bremen
< zurück zur Übersicht

