Bipolare Klimamaschine (BIPOMAC)
Pünktlich zum Auftakt des Internationalen Polarjahres 2007/08 hat das französische Forschungsschiff "Marion Dufresne" am 1. März 2007 den südchilenischen Hafen Punta Arenas verlassen, um auf einer Reise in das Seegebiet südlich der Falklandinseln und Süd Georgien (Scotia Meer) marin-geologische Untersuchungen durchzuführen.
Diese Untersuchungen werden von Wissenschaftern des Alfred-Wegener-Institutes und der Universität Köln im Rahmen des Internationalen Polarjahr-Projektes "Bipolare Klimamaschine" durchgeführt. Dabei geht es darum, die Wechselwirkung von klimabestimmenden Prozessen wie sie in der Vergangenheit unter natürlichen Bedingungen in den Polargebieten stattgefunden haben, zu dokumentieren. Damit kann die Auswirkung der Klimaprozesse in Polargebieten auf die Entwicklung des Erdklimas und des Meeresspiegels verstanden werden. Solche Daten tragen auch dazu bei, Prognosen für die zukünftige Klimaentwicklung mit Hilfe von Rechenmodellen zu verbessern.
Das Forschungsschiff "Marion Dufresne" ist mit einer bislang einmaligen technischen Einrichtung ausgestattet, mit der Sedimentkerne bis zu einer Länge von 60 Metern aus den Ablagerungen des Meeresbodens gewonnen werden können. Dabei wird ein 60 Meter langes Rohr aus Industriebohrgestänge, über dem einen Gewicht von 6 Tonnen befestigt ist, an einem Tiefseedraht zum Meeresboden gelassen und dort senkrecht in die Ablagerungen getrieben. Während der nun angelaufenen Expedition sollen in den Ablagerungen gespeicherte Klimazeugnisse an solchen Stellen des Meeresbodens gewonnen werden, an denen Änderungen der Wasserzirkulation, der Meereisbedeckung und der Wassertemperatur mit einer zeitlichen Auflösung von bis zu Jahrzehnten und Jahrhunderten rekonstruiert werden können. Diese Daten werden mit Klimainformationen aus Eiskernbohrungen in der Antarktis und auf Grönland sowie aus Sedimentkernen aus anderen Meeresgebieten verglichen. Darunter werden auch Klimainformationen für den Zeitraum der letzten 100.000 bis 200.000 Jahre sein, die derzeit während einer Expedition mit dem deutschen Polarforschungsschiff "Polarstern" im indischen Teil des Südozeans gewonnen werden. Die Expedition mit "Marion Dufresne" wird am 16. März in Durban (Südafrika) enden.
Daten zu "Marion Dufresne"
Länge: 120 m
Breite: 21 m
Verdrängung: 10380 t
Antrieb: dieselelektrisch, 3 Maschinen, 2 Propeller a 3000 W
Geschwindigkeit: 16 kn
28 Personen Besatzung
110 Personen Wissenschaft/Technik
Heimathafen: Port aux Francais
Kontakt auf Marion Dufresne:
Dr. Rainer Gersonde (Alfred-Wegener-Institut)
E-Mail: rgersond@marion.ipev.fr
