Abschlussbericht von Dennis Schmitt
Lehrer an Bord der FS Maria S. Merian vom 8. Juli - 10. August 2007
Nachdem ich von dem Projekt "Coole Klassen" gehört hatte, wollte ich unbedingt an der angebotenen Expedition teilnehmen. Es war einfach eine einmalige Gelegenheit für einige Wochen auf einem Forschungsschiff zu sein und nach der Uni wieder einmal (Hilfs-)Wissenschaftler zu sein. Zudem handelte es sich bei der Tiefenkonvektion in der Grönlandsee um ein äußerst interessantes Forschungsthema, das im Unterreicht unverständlicherweise nicht behandelt wird! Dabei findet man in jeder Woche irgendeine Meldung in den Medien nach dem Motto "Golfstrom droht zu erlahmen". Hier aus erster Hand neueste Forschungsergebnisse zu erhalten hatte mich sehr gereizt und sind auch für Schüler sehr interessant.
Das Arbeitsprogramm der Expedition stand bei meiner Bewerbung schon fest, so dass ich ein grobes Bild von dem hatte, was mich erwarten würde. Allerdings wusste ich nicht, was meine Arbeit sein wird. Der Fahrtleiter, Herr Budeus, hat aber geduldig meine Fragen im Vorfeld beantwortet. Meiner Abreise nach Reykjavik (Island) stand also nichts mehr im Wege. Von dort aus startete am 18.07.07 die Expedition.
Unser Kernteam bestand aus sieben Personen: Herr Budeus und sechs Hiwis, zu denen auch ich gehörte. Im ersten Abschnitt der Expedition, der ganz unter der Fragestellung "Wie wird in der Grönlandsee regional Tiefenwasser gebildet?" stand, wurden je zwei von uns einer Schicht zugeteilt, in der wir am Computer das Herunterlassen (Fieren) und Hochholen (Hieven) einer Sonde (CTD) bewachen mussten. Diese Sonde misst bis zum Meeresboden die Werte Temperatur, Salzgehalt, Druck und Sauerstoff, die anschließend ausgewertet werden können. Der Rest des Tages war dann Freizeit. Auf einem modernen Forschungsschiff wie der Maria S. Merian gibt es viele Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben: Sauna, Tischtennis oder Fitnessraum sind nur einige davon.
Im zweiten Teil der Expedition (Gewinnung von Sedimentkernen) wurden viele der Wissenschaftler ausgetauscht und ich hatte keine zugewiesene Arbeit mehr zu verrichten. Stattdessen beobachtete ich die Vorgänge an Bord und unterhielt mich viel mit den Wissenschaftlern um so etwas über ihre Arbeiten und Absichten zu erfahren. "Keine Arbeit" mag ja ganz gut klingen, aber nach zwei Tagen waren die Methoden und Abläufe klar und es kam etwas Langweile auf. Hier wäre sicherlich eine klar definierte Schichteinteilung oder Hilfsarbeiten in Zukunft für den begleitenden Lehrer sinnvoll.
Was hat mir und der Schule die Expedition gebracht?
Für mich persönlich war die Expedition höchst interessant, und das aus verschiedenen Gründen. Erstens kam ich noch nie mit einem Forschungsschiff und den dazu gehörigen Instrumenten, z.B. der Messsonde "CTD" in Kontakt. Die Exaktheit, Abläufe und die Einsatzmöglichkeiten der Apparaturen waren sehr beeindruckend.
Ebenfalls ganz neu (nicht nur für mich) waren die faszinierenden Eislandschaften, die wie zwei Mal zu Gesicht bekamen, immerhin haben wir fast den 81. Breitengrad Nord erreicht! Sehr beeindruckend waren z.B. die Gletscher, die in Spitzbergen in das Meer fließen.
Die Einsatzmöglichkeiten für die Schule müssen noch ausgelotet werden. An Bord habe ich mit einer Video- und Digitalkamera viele Aufnahmen gemacht Auf jeden Fall wird in unserer Projektwoche "Klimawandel" ein Projekt daraus entstehen. Außerdem wird ein permanenter Schaukasten mit Wasser- und Sedimentproben sowie Fotos und Abbildungen erstellt werden. Alle weiteren Aktivitäten in der Schule müssen noch mit Kollegen und Schulleitung abgesprochen werden. Für alle weiteren Aktionen und fachlichen Fragen habe ich noch die Kontakte zu den Wissenschaftlern, die sich teilweise bereit erklärt haben mit Rat (und Tat) zu helfen. Diese Tuchfühlung mit der Wissenschaft halte ich für einen großen Gewinn für unsere Schule.
Zusammenfassung
Rückblickend kann ich meine Teilnahme auf der Expedition für mich persönlich als auch für meine Schule als vollen Erfolg bezeichnen und kann nur hoffen, dass noch möglichst viele andere Lehrer die Gelegenheit dazu erhalten werden. Ich halte dies für einen Gewinn bringenden Weg die Thematik "Ozeane, Golfstrom, etc." möglichst praxisnah in den Unterricht einzubauen, auch wenn dies in einigen Bundesländern nicht vorgesehen ist. Und wer weiß, vielleicht gelingt es ja auf diese Art und Weise ein "trickle up" Effekt zu erzielen und die Bildungspläne, z.B. in Erdkunde, werden erweitert!




















